Sensationeller Start von wemakeit.ch !

Wie bereits vor ein paar Tagen berichtet, gibt es ein erstes Crowdfunding-Projekt für die Schweiz: wemakeit.ch. Die Seite ist nun letzte Nacht online gegangen (übrigens in ein paar Tagen folgt die Variante von Ron Orp: www.100-days.net). Und wow, die Macher setzten die Latte hoch: absolut toll gemacht, mit bereits heute absolut faszinierenden Kulturprojekten! Jedes Projekt ist ausführlich beschrieben und wird durch (zum Teil fantastische) Video illustriert. Beispiele:

Buch “Architektur im Würgegriff der Kunst” (u.a. mit Beiträgen von Philipp Ursprung und Laura de Weck):

Architektur im Wuergegriff der Kunst from Kunstverein Zuerich on Vimeo.

Der direkte Link zum Projekt: http://wemakeit.ch/projects/architektur-im-wurgegriff-der-kunst

Oder: Zwei Berner Studentinnen gründen furchtlos den Kunstverlag “Edition Happy Brithday”:

we are edition happy birthday from edition happy birthday on Vimeo.

Im Literaturbereich bietet bisher nur Art-TV ein Projekt an: die Tip-X Literaturshow. Das Konzept scheint mir noch etwas unklar und ich bin mir nicht sicher, ob es solch eine Show braucht, Ideen dieser Art gab es in den letzten Jahren Dutzende und meistens sind sie wieder versandet oder haben die erhoffte Wirkung nicht gezeigt. Lassen wir die User entscheiden:

TipX – Die Literatursendung von Morgen from Felix Schenker on Vimeo.

Abgesehen davon, dass wemakeit.ch die Möglichkeit bietet, Kulturprojekte zu unterstützen (auch mit kleinen Beiträgen), gibt die Seite einen Einblick in das kreative Schaffen der Schweizer Kulturszene. Hoffentlich bald mit noch viel mehr Projekten!

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Poetry Slam “Weltmeister” Danny Sherrard in Zürich!

Man mag ja von Poetry Slam-Weltmeisterschaften halten was man will, aber dieser Mann hats wirklich drauf: Danny Sherrard, US-National Poetry Slam Champion und eben Poetry Slam “Weltmeister” kommt am 11. Februar nach Zürich zum Poetry Slam in den Schiffbau (Tickets gibts hier), der nach einer Pause von 10 Monaten erstmals wieder stattfindet. Hier performt Sherrard sein Text “The Distance”:

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Amazon: “1 Mio. Kindle pro Woche verkauft”

Ein erhellender Beitrag zum Thema E-Books, Entwicklung im Buchmarkt und Buchpreisbindung heute in der NZZ (auch als Nachtrag zu meinem Blogpost von gestern:

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/die_vergaenglichkeit_des_buches_1.14695899.html

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Die ganze Buchbranche kämpft für die Buchpreisbindung…

Die ganze? Nein, eine kleine Gruppe von Verleger und Buchhändler stellt sich gegen die Buchpreisbindung. Exemplarisch dazu ist die Bemerkung die Matthias Jenny, Buchhändler und hochdekorierter Literaturveranstalter (u.a. Gründer des Literaturfestival Basel und der BuchBasel), am Freitag vor einer Woche auf Facebook machte:

“Buchpreisbindung. Eigentlich müsste ich für die Buchpreisbindung sein. Ich kenne aber niemand (aus der Kundschaft) der das befürwortet. Würde sie angenommen wird sie den kleinen Buchhandlung den Rest geben und nicht etwa erhalten – es würde die Kundschaft gnadenlos an den Computer treiben und sie würden ebenso gnadenlos online bestellen (was sie ja zum Teil jetzt schon tut) – aber nicht bei mir. Schon der jetzt, zu ungünstiger Zeit, startende Abstimmungskampf ist eine Katastrophe.
Kein einziges Argument ist für die Kundschaft ein Beweis, dass man der Buchpreisbindung zustimmen muss. Ein Kunde sagte, er stimme nur ja, weil die SVP das Nein empfiehlt. Bald herrscht über des Kleinbuchhändlers Buchwipfeln tiefe Ruh.”

Ich fürchte, diese Bemerkung trifft den Nagel auf den Kopf: auch mir ist nicht klar, wie die Buchpreisbindung bspw. Literatur fördern soll. Klar ist aber: die Initianten sehen nicht oder wollen nicht sehen, dass in der Branche eine massiver Strukturwandel stattfindet: bei der Buchpreisbindung geht es in erster Linie um den Erhalt von Buchhandlungen. Buchhandlungen hatten von je her zwei Funktionen: Verkauf von Büchern und – durch den Buchhändler – Werbung für Büchern. Buchhandlungen als Ausstellungsfläche, wie es die Präsidentin des SBVV, Marianne Sax, an der Pressekonferenz formulierte. Mit dem Internet hat sich die Situation geändert: es ist nicht nur so, dass Bücher im Internet einfach erstanden werden können, Leser können sich über Bücher auch mühelos im Internet informieren. Innert Sekunden findet man Rezensionen, Kommentare, Tipps zu allen Büchern. Dazu sorgen ein Heer von Blogs, Booktrailern, Literaturseiten, Onlineauftritte von Zeitungen. Es ist also so, dass auch die persönliche Beratung von Buchhändler für viele Leserinnen und Leser immer unwichtiger werden wird. Damit wird wohl die Anzahl der klassischen Buchhandlungen immer weiter reduziert, das ganze ist eine Frage der Zeit – mit oder ohne Buchpreisbindung. Dass mit dem Rückgang der Buchhandlungen nicht auch das literarische Leben zurückgeht zeigen bspw. die unzähligen Literaturfestivals und wiederum das Internet. Die Verantwortlichen des SBVV wären wohl besser beraten, das Geld und die Energie, welche sie für die Wiedereinführung der Buchpreisbindung verwenden in Zukunftskonzepte für ihre Buchhandlungen zu investieren.

 

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Wieder ein Preis für Nora Gomringer

Freude herrscht! Nora Gomringer bekommt den Ringelnatz Preis 2012! So wunderbar das ist, so lustig ist auch der Aufritt des Jurysprechers des Ringelnatz Preises  Prof. Möbus. Nicht dass ich ihm inhaltlich wiedersprechen will, überhaupt nicht, aber die Art wie… ist geradzu niedlich:

Übrigens ist im Verlag Voland & Quist unter dem Titel “Mein Gedicht fragt nicht lange” eine wunderbare Sammlung ihrer Gedichte und Sprechtexte seit 2000 erschienen. Enthalten sind die Gedichtbände „Gedichte“, „Silbentrennung“, „Sag doch mal was zur Nacht“ und „Klimaforschung“. Seeehr zu empfehlen!

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Crowdfunding-Plattform könnte Schweizer Kulturszene verändern

Nächste Woche geht mit wemakeit.ch die erste Schweizer Crowdfunding-Plattform für Kulturprojekte online. Die Website ermöglicht einer Vielzahl von Unterstützern gemeinsam mit einem Künstler ein Projekt zu realisieren. Dabei legt der Künstler im Voraus fest, welche Summe in welchem Zeitraum (zwischen 30 und 90 Tagen) er sammeln will, und wie er das Publikum dafür belohnen will. Wird das Finanzierungsziel innerhalb der festgelegten Zeit erreicht, wird dem Künstler das Geld umgehend überwiesen. Erreicht er das Ziel nicht, erhält er auch kein Geld und den Unterstützern wird auch nicht belastet.
Mit am Start sind u.a. Theaterprojekte von 400asa, ein Franz-Kafka-Jugendpreis aus Leipzig, sowie Kunst-, Architektur- und Foodpublikationen eines Independent Verlags aus Bern, dem Kunstverein Zürich, dem Verein «wer kocht gewinnt» und Hochparterre zusammen mit dem Kunstbuchverlag Scheidegger&Spiess. Als Dank für ihr finanzielles Engagement erhalten die Unterstützer die Gewissheit, dass all diese Projekte nur dank ihnen zustande kommen, sowie individuelle Belohnungen wie signierte Bücher, Einladungen zu speziellen Veranstaltungen, limitierte Fotoprints, ein Date mit einem Schauspieler, ein persönliches Skype-Konzert, ein noch nicht verfilmtes Drehbuch oder ein Geburtstags-Mixtape.

Ein mutiges Projekt, dem ich unbedingt viel Erfolg wünsche. Findet wemakeit.ch genügend Mäzene, steht der Schweizer Kulturszene eine völlig neue Finanzierungsmöglichkeit zur Verfügung, bei der nicht Experten entscheiden, was realisiert werden soll, sondern das Publikum. Interessanter Ansatz!

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Angewandte Germanistik

Seit heute Nachmittag geistert dieses Foto durchs Facebook. Mir ist jetzt klar, wozu Angewandte Germanistik gut ist. Um solches zu verhindern. Was irgendwie auch wieder schade wäre, nicht?

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Ustrinkata

Und wieder eine gute Nachricht: Von Arno Camenisch, dem Bündner Literatur-Tausendsassa, erscheint am 1. Februar das neue Buch “Ustrinkata”. Das Buch erscheint im Solothurner Engeler Verlag und der Klappentext klingt schon wunderbar:

“Es ist der letzte Abend in der Helvezia, der Alkohol fliesst in Strömen wie der junge Rhein, und wes des Herzen voll ist, des geht der Mund über: Jetzt heisst es Austrinken! Noch einmal sitzen sie um den runden Tisch, die Tante und die Silvia, der Luis und der Otto, der Giachen und all die andern, die noch leben oder schon lange tot sind. Arno Camenisch hört ihren tragischen und zugleich komischen Geschichten genau zu, mit seinem präzisen Sinn für den Klang und die Eigentümlichkeiten ihrer Sprache hält er diese von Tod und Vergessen, von Naturgewalten und menschlichen Abgründen, von Hochwassern und Liebeswirren, von Steinschlägen und Händeln bedrohte Welt lebendig. Auf unverkennbar eigenwillige Art beschliesst Arno Camenisch mit „Ustrinkata“ nach „Sez Ner“ und „Hinter dem Bahnhof“ seine äusserst erfolgreiche Bündner Trilogie – es geht alles zu Ende, aber so lange einer noch erzählt, ist das letzte Glas nicht ausgetrunken.”

Die Buchvernissage ist übrigens am 1. Februar im Theater Chur. Dann Prost!

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Ein bisschen Pjöngjang fürs Buch

Mit einem sehr befremdenden grafischen Auftritt wollen die Befürworter der Buchpreisbindung für ihr Anliegen werben:  Heidi in glorifizierender Siegerpose, das Buch hochhaltend. Fehlt nur noch Gewehr, Sichel und Hammer. Das ganze erinnert etwas allzustark an sozialistisch-kommunistische Motive. Absicht oder Zufall?

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Neues von Christian Kracht und Lukas Bärfuss

Good News: zwei der interessantesten (Schweizer) Autoren kommen mit neuem Stoff! Am 16. Februar erscheint Christian Krachts neuer Roman “Imperium”. Aus Krachts Feder klingt das schon fast etwas bedrohlich. Kracht ist übrigens am 7. März im Kaufleuten zu erleben. Von Lukas Bärfuss gibts ab dem 2. Februar in der Box im Schiffbau das neue Stück 20’000 Seiten und im Wallstein Verlag erscheint eine neue Stücke-Sammlung! Das ist endlich relevante Literatur und für einmal keine Wohlfühlprosa!

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