Tickets zu gewinnen für die Tschechische Nacht im Literaturhaus Zürich

Am 8. März gibts im Literaturhaus Zürich eine tschechische Nacht mit den beiden fantastischen Autoren Petra Hulová und Jaroslav Rudiš, anschliessend ein Konzert mit der Alternativ-Rock-Band «Priessnitz». Das wird ein grossartiger Abend! Wir verlosen deshalb 3 x 2 Tickets! Preisfrage: Zu welchem Buch / Kinofilm passt das untenstehende Foto? Eine Hilfe: das Buch ist eine Graphic Novel und wir haben hier schon berichtet… Jetzt ists also wirklich nicht mehr schwer….. Wers weiss, schreibt eine Mail an info@rubikon.ch und geht gratis ins Literaturhaus!

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Salonpalaver: Eine Bühne für slammende Salonlöwen und schreibende Rampensäue

Gibt es nicht schon genug Palaver auf der Welt? – Mitnichten, befanden 2010 die Salonpalaver-Initiantinnen, seit langem Bewunderer von Slam-Salonlöwen und schriftstellerischen Rampensäuen. Und gründeten eine wandernde Veranstaltungsreihe, die seitdem vom Kultursalon der Winterthurer Villa Sträuli ins Zürcher Sphères, ins Cabaret Voltaire, ins Forum Schlossplatz in Aarau und zurück nach Winterthur gezogen ist.

Am Salonpalaver tritt auf, wer in der Schweizer Schriftsteller- und Spoken-Word-Szene von sich reden macht, und zwar nicht nur Schreibende und Performer, die bereits im Rampenlicht stehen, sondern vor allem auch junge Newcomer. Einige der Spoken-Word-Poeten und Autoren, die schon mitpalavert haben: Matto Kämpf, Phibi Reichling, Jens Nielsen, Christoph Simon, Andri Perl, Arno Camenisch, Melinda Nadj Abonji, Gion Mathias Cavelty. Unter den nicht minder illustren musikalischen Gästen waren etwa Joy Frempong und Tobias Preisig.

Am Dienstag 6. März ist es wieder soweit: Der Palaver-Zirkus gibt die Manege frei für Hazel Brugger, Heinz Emmenegger, Stefanie Grob und Andrea Samborski. Diesmal wieder in der Villa Sträuli in Winterthur, um 20 Uhr. Alle Infos und die Möglichkeit zur Platzreservation (empfohlen wegen des beschränkten Raums in der altehrwürdigen Villa!) gibt’s auf www.salonpalaver.ch oder hier www.facebook.com/Salonpalaver

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Selbstinterview: Jens Nielsen

Jens Nielsen im Interview mit sich selbst anlässlich der Proben zur Uraufführung von Niagara am 1. März im Theater an der Winkelwiese, Zürich

Der Autor fragt sich, wie er auf die Idee kam, ein so konventionelles Thema wie die Hochzeitsreise für einen Soloabend auszuwählen.

Das Thema des Abends ist nicht die Hochzeitsreise. Das Thema ist das Scheitern derselben. Und das Scheitern als Thema ist fast immer eine gute Wahl. In diesem Fall, glaube ich, möchte der Abend zusätzlich die Frage aufwerfen, ob es sinnvoll sein kann, ein Scheitern, das man schon im Voraus ahnt, mit Absicht herbeizuführen. Als Abkürzung sozusagen. Und ob das Scheitern dann als ein Gelingen gelten könnte.

Der Schauspieler fragt sich, wie er diese Rolle erarbeitet hat.

Diesmal mit Aspekten der Strasberg Methode. Ein Zimmer für jede Szene. Eine Erinnerung für jede Gemütslage. Ich habe an den Niagarafällen eigene, von der Figur allerdings verschiedene Erfahrungen gemacht. Aber diese für die Arbeit zu verwenden, hat sich in diesem Fall geradezu aufgedrängt. Besonders interessant war die Arbeit mit der Sense Memory Technik in Bezug auf das Wasser, das ja in diesem Stück in verschiedenen Aggregatszuständen konkret und metaphorisch eine Rolle spielt.

Der Regisseur fragt sich, weshalb er sich entschlossen hat, diesen Abend so unspektakulär zu inszenieren.

Nach dem eher fulminant gearbeiteten Abend „1 Tag lang alles falsch  machen“, hatte ich Lust, dieses Mal den Text unaufgeregt in den Vordergrund zu stellen. Der Schauspieler spielt kaum in „Niagara“, er erzählt einfach. Alles was er da redet über seine Vorbereitungen auf die Rolle mit der Strasberg Methode, ich denke, das ist Wichtigtuerei. Der Abend ist vor allem rhythmisch sorgfältig gearbeitet. Der Text verlangt es. Ein aufwendiges Hineindenken in die Figur wäre für den Schauspieler in diesem Fall meiner Ansicht nach vergeblich.

Der Bühnenbildner fragt sich, warum er für seine Bühnenbilder immer wieder Papierrollen verwende.

Diesen Vorwurf, und als solchen verstehe ich die Frage, weise ich von mir, bzw. ich leite ihn weiter an den Regisseur. Ich selber möchte nämlich gerne einmal mit anderen Elementen arbeiten. Ich hätte da durchaus Ideen. Aber der Regisseur lässt in der Sache einfach nicht mit sich reden. Die Papierrolle sei als Ausdrucksmittel noch lange nicht erschöpft. Der hat doch keine Ahnung. Die Dinger sind so aussagearm wie sie schwer sind. Wenn er wenigstens bei der Schlepperei helfen würde. Aber die darf ich jeweils ganz selbständig und allein bewältigen.

Ebenfalls nächste Woche erscheint beim Luzerner Verlag “Der gesunde Menschenversand” in der edition spoken script Nielsens zweites Buch “Das ganze aber kürzer”!

 

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Überraschung von Jürg Halter

Eben noch mit Stephan Eicher unterwegs und noch bereits die nächste Überraschung: Wie der Berner Dichter und Rapper (KUTTI MC) in seinem Newsletter heute mitteilt, erscheint am 23. April sein neues Buch “Sprechendes Wasser” im neuen Schweizer Secessions Verlag. Der Clou an der Sache ist, dass Halter das Buch mit Shuntaro Tanikawa geschrieben hat, einem der bekanntesten Japanischen Dichter. Für Mai ist eine gemeinsame Lesetour geplant. Da könnten sich wortwörtlich Welten öffnen!

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Viel Lärm um Kracht

Kulturzeit auf 3sat widmete sich gleich zweimal dem Thema Christian Kracht. Seit der Spiegel ihn mit seinem neuen Roman “Imperium” vor 10 Tagen auf vier Seiten als Nazi pseudoentlarvt hatte, hat sich ja jeder Kulturjournalist, der etwas auf sich hält, dazu geäussert. Die beiden Beiträge der Kulturzeit sind allerdings wirklich sehenswert, gestern ein Interview mit Iris Radisch, die zur Abwechslung wirklich Gescheites von sich gab und dann heute ein Beitrag mit einem Interview des Spiegel-Autors Diez, der dieses Kulturschlamassel ausgelöst hatte. Ich sage nichts dazu, ausser: lasst uns aufhören, hinter jedem Satz ein Nazi zu suchen. Dieser inflationäre Generalverdacht ist gefährlich. Amen.

Und hier die Links:

Kulturzeit von gestern

Kulturzeit von heute

 

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Pfister, der „heimlifeisse“ Held

Salonpalaver palavert gern über seine Sicht aufs geschriebene und gesprochene Wort. Diesmal über „Pfister“, den ersten Roman von Heinz Emmenegger.

Vor einigen Jahren geisterte es durch die Medien: das „häufigste Wohnzimmer der Schweiz“, visualisiert von Jung von Matt. Mit wohligem Schaudern betrachteten wir urbanen, stilsicheren Menschen die hellblaue Sofakombination und die Monstrosität namens „Wohnwand“. Wenn wir ganz ehrlich waren, mischte sich in unser Entsetzen eine Spur Neid. Der Neid derer, die sich für geistig weiter entwickelt und deshalb unglücklicher halten, auf diejenigen, denen sie eine einfältige Lebensfreude unterstellen.

Ein ähnliches Gefühl ergreift den Leser, wenn er Pfisters Welt durchstreift. Vielleicht ist dies der durchschnittliche Schweizer überhaupt: Pfister, der in einem Vorstadt-Einfamilienhaus mit seiner lebenstüchtigen Frau Heidi ein unspektakuläres Leben führt. Pfisters exzentrischster Zug ist seine Hammond-Orgel; seine existenziellste Krise wird dadurch ausgelöst, dass der neue Briefträger die Zeitung in den Briefkasten stopft. Tatsächlich wird Pfister an einer Stelle als „zufriedener Idiot“ charakterisiert.

Die Idylle wird zur Gratwanderung
Dieser Pfister also soll von einem Fernsehteam portraitiert werden. Und plötzlich zeigen sich Risse in der kleinbürgerlichen Beschaulichkeit. Sorgfältig verborgene Ängste und Konflikte drohen hervorzubrechen. Anstoss dazu geben nicht zuletzt die Mitglieder des Fernsehteams, deren neurotische Teambeziehungen jeden Moment in eine Katastrophe zu münden drohen. Die Idylle, vor ständig laufender Kamera immer krampfhafter inszeniert, wird zur Gratwanderung. Auch die Nachbarn, die Pfister spontan zum Grillfest eingeladen hat, offenbaren ausgerechnet heute ihre labilen Seiten.

„Da hockten nun lauter Streithähne in seinem Garten und gefährdeten seine bescheidene Selbstdarstellung“, so empfindet es Pfister. Aber Pfister – „der das Spiel mit dem Läppischen souverän beherrscht“, wie der versoffene Fernsehmann Bärtschi feststellt – rettet die Situation: Er erweist sich als ebenso begnadeter Entertainer wie Grillmeister, und zusammen mit seiner Frau Heidi führt er die Gäste in einen überfressenen, friedlichen Stupor. Als sie daraus erwachen, ergibt sich die eine oder andere Verbrüderung, ja sogar die eine oder andere Erkenntnis.

Pfister überrascht und überzeugt
Pfister ist ein „Heimlifeisser“. Irgendwann stellt der Leser fest, dass der Mann in das Bild des zufriedenen Idioten nicht hineinpassen will. Pfister nimmt differenziert wahr, was um ihn herum und in seinem Innern geschieht; die Schärfe seiner Beobachtungen steht jener der zynischen Fernsehleute in nichts nach. Die Präzision und scheinbare Leichtigkeit, mit der Gefühle, Gedankengänge und Beziehungsmechanismen geschildert werden, machen diesen Roman verdammt stark – zusammen mit der eigenständigen, an Bildern und Assoziationen reichen Sprache. „Pfister“ (erschienen als Buch und als eBook beim Salis Verlag) ist Heinz Emmeneggers erster und hoffentlich nicht letzter Roman.

Nur wenn es um die Rolle der Frauen und um die Beziehungen zwischen den Geschlechtern geht, gleiten Pfister und seine Mitmenschen allzu sehr ins Klischeehafte ab. Sowohl das Innenleben Heidis als auch das der jungen, attraktiven Tontechnikerin richtet sich unglaubwürdig stark nach den Männern aus. Der Leser jedenfalls – der in diesem Fall eine Leserin ist – empfindet die Beschreibung von dem, was sich in den Frauen des Romans abspielt, als weniger überzeugend als das Innenleben der männlichen Figuren. Weil Letztere aber so herrlich unterhaltsam durch die Geschichte stolpern, kann die entspannt emanzipierte Kritikerin grosszügig über das Manko hinweglesen.

Heinz Emmenegger ist live zu sehen und zu hören am nächsten Salonpalaver am Dienstag, 6. März in der Villa Sträuli, Winterthur. Mit dabei sind Hazel Brugger, Stefanie Grob, Andrea Samborski und Moderatorin Prisca Rauch. Partner der Veranstaltungsreihe: cultact – Giuliani Kulturbüro. Alles über Salonpalaver

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Liao Yiwu am diesjährigen Literaturfestival Leukerbad

Das diesjährige Internationale Literaturfestival Leukerbad findet vom 6.-8. Juli statt. Wie auf der Website des Festivals zu erfahren ist, wird auch der Chinesische Dichter Liao Yiwu nach Leukerbad reisen. Yiwu floh im letzten Sommer aus China nach Deutschland und machte so die Publikation seines Buches “Für ein Lied und hundert Lieder” möglich. Das Buch schildert die brutale Realität seiner eigenen Inhaftierung: seit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 ist Yiwu einer der wichtigsten politischen Autoren des Landes, der auch immer wieder verhaftet wurde. In Leukerbad wird man direkt von ihm erfahren können, was ihm in seinem Land widerfahren ist.

Ein eindrücklicher kurzer Film zu Yiwu:

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Neues von Jens Nielsen

Der fantastische Zürcher Schauspieler, Autor, Sprecher Jens Nielsen kommt im März mit einem neuen Stück und einem neuen Buch! In der Winkelwiese in Zürich präsentiert er seine neue, sagen wir mal, “Szenische Sprechperformance”. Titel: “Niagara – ein Mann fährt auf Hochzeitsreise. Eine Tragikkomödie”. Die Beschreibung ist herrlich grotesk, wie immer bei Nielsen:

“Ein Mann steht bereit und wartet. Er ist gekleidet für das Standesamt. Er wartet aber nicht beim Standesamt. Dort zu warten hätte keinen Sinn. Denn er hat keinen Termin. Er hat auch keine Trauzeugen. Es ist ihm in der Hochzeitsangelegenheit ein Ur-Fehler unterlaufen. Er hat keine Braut. Und trotzdem steht der Mann bereit. Vielleicht ist er uneinsichtig. Vielleicht ist er normal. Er weiss, das Ganze ist recht seltsam. Also beginnt er zu erzählen. Von seiner Hochzeitsreise. Die er unbeirrbar ohne Braut macht. Und die ihn an die Niagarafälle führt. Am Ende reist er wieder ab. Ungeheilt könnte man sagen. Beinahe ein Happy End. Eine subtil groteske Geschichte von einem richtigen Mann in einer falschen Mission.”

Premiere ist am 1. März in Theater Winkelwiese. Ein Tag später erscheint im Verlag der gesunde Menschenversand, sein zweites Buch in der Edition Spoken Script mit dem wunderbaren Namen “Das Ganze aber kürzer”. Das Buch vereint Texte aus den Stücken “Die Uhr im Bauch”, “1 Tag lang alles falsch machen” und “Niagara”.

Buch und Stück sind ein absolutes Muss für Liebhaber des Grotesken. Nielsen überrascht einen immer mit neuen Wendungen und abstrusen Gedankengängen. Aber er bleibt immer stilsicher und wird nie kitschig!

In den nächsten Tagen hier bei :rubikon: Jens Nielsen im Selbstinterview!

 

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Slampoeten: Dichter und Kämpfer

Ein Filmteam hat die vier Slampoeten Sebastian23, Julius Fischer, Scharri und Theresa Hahl ein Jahr lang begleitet. Herausgekommen ist “Dichter und Kämpfer – das Leben als Poetryslammer in Deutschland“. Der Film wird in wenigen Tagen an der Berlinale vorgestellt und soll in einigen Städten auch ins Kino kommen. Die Trailer schwirren bereits jetzt im Netz rum und zeigen Julius Fischer beim Wäschewaschen oder Slampoeten beim Fussballspielen. Dazu wird der Film wohl Gelegenheit bieten, einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Poetry Slam-Szene zu werfen. Ob der Film allerdings mehr bieten kann, als die üblichen Poetry Slam-Backstagebilder, ist schwer zu sagen. Mit einem hat er aber sicher recht: Slampoeten sind Dichter und Kämpfer. Wobei nur Slampoeten? Ich denke, das trifft auf alle Autoren zu… Das wäre interessant: ein Film über den Autoren als Kämpfer….

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Kulinarisches Comeback von Max & Moritz

Was würde Wilhelm Busch dazu sagen? In Zürich West, beim Escher-Wyss-Platz, geht anfangs März ein Wurst Imbissrestaurant auf: Die Macher des Lokals nehmen die Geschichte von Max & Moritz auf und taufen es Wurst & Moritz. Wie es dazu kam und wofür das Lokal steht, erzählt die “Fortsetzung”  von Max und Moritz. Natürlich in sieben neuen Streichen. Das sensationelle Comics ist aus der Feder von Raphael Gschwind (Zeichnungen) und der Slampoetin Daniela Dill (Text). Wer die restlichen Streiche auch sehen möchte, besucht ab 1. März das Lokal oder wird Fan bei Facebook. En guete!

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