Angewandte Germanistik

Seit heute Nachmittag geistert dieses Foto durchs Facebook. Mir ist jetzt klar, wozu Angewandte Germanistik gut ist. Um solches zu verhindern. Was irgendwie auch wieder schade wäre, nicht?

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Ustrinkata

Und wieder eine gute Nachricht: Von Arno Camenisch, dem BĂĽndner Literatur-Tausendsassa, erscheint am 1. Februar das neue Buch “Ustrinkata”. Das Buch erscheint im Solothurner Engeler Verlag und der Klappentext klingt schon wunderbar:

“Es ist der letzte Abend in der Helvezia, der Alkohol fliesst in Strömen wie der junge Rhein, und wes des Herzen voll ist, des geht der Mund ĂĽber: Jetzt heisst es Austrinken! Noch einmal sitzen sie um den runden Tisch, die Tante und die Silvia, der Luis und der Otto, der Giachen und all die andern, die noch leben oder schon lange tot sind. Arno Camenisch hört ihren tragischen und zugleich komischen Geschichten genau zu, mit seinem präzisen Sinn fĂĽr den Klang und die EigentĂĽmlichkeiten ihrer Sprache hält er diese von Tod und Vergessen, von Naturgewalten und menschlichen AbgrĂĽnden, von Hochwassern und Liebeswirren, von Steinschlägen und Händeln bedrohte Welt lebendig. Auf unverkennbar eigenwillige Art beschliesst Arno Camenisch mit „Ustrinkata“ nach „Sez Ner“ und „Hinter dem Bahnhof“ seine äusserst erfolgreiche BĂĽndner Trilogie – es geht alles zu Ende, aber so lange einer noch erzählt, ist das letzte Glas nicht ausgetrunken.”

Die Buchvernissage ist ĂĽbrigens am 1. Februar im Theater Chur. Dann Prost!

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Ein bisschen Pjöngjang fürs Buch

Mit einem sehr befremdenden grafischen Auftritt wollen die Befürworter der Buchpreisbindung für ihr Anliegen werben:  Heidi in glorifizierender Siegerpose, das Buch hochhaltend. Fehlt nur noch Gewehr, Sichel und Hammer. Das ganze erinnert etwas allzustark an sozialistisch-kommunistische Motive. Absicht oder Zufall?

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Neues von Christian Kracht und Lukas Bärfuss

Good News: zwei der interessantesten (Schweizer) Autoren kommen mit neuem Stoff! Am 16. Februar erscheint Christian Krachts neuer Roman “Imperium”. Aus Krachts Feder klingt das schon fast etwas bedrohlich. Kracht ist ĂĽbrigens am 7. März im Kaufleuten zu erleben. Von Lukas Bärfuss gibts ab dem 2. Februar in der Box im Schiffbau das neue StĂĽck 20’000 Seiten und im Wallstein Verlag erscheint eine neue StĂĽcke-Sammlung! Das ist endlich relevante Literatur und fĂĽr einmal keine WohlfĂĽhlprosa!

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In eigener Sache! :rubikon sucht Verstärkung

Seit letztem März beitreiben wir auf rubikon.ch probeweise einen SpokenWord- und Literaturblog. Im kommenden FrĂĽhjahr soll’s richtig losgehen mit mehreren Beiträgen täglich. Dazu suchen wir Verstärkung! Wer gerne literarische Veranstaltungen besucht, neue BĂĽcher, auch abseits des Mainstreams, entdecken und Autoren und andere Literaturmenschen zum Gespräch treffen möchte, wer die literarische (und literaturhistorische) Schweiz kennenlernen möchte und dabei gerne auch journalistisch schreibt und die Möglichkeit des Bloggens ausprobieren will, der sollte sich unbedingt melden! Am besten auf info@rubikon.ch! In diesem Sinne ein fröhliches neues Jahr! Aber noch nicht ganz: morgen folgt an dieser Stelle rubikon’s Lieblingsbuch des Jahres 2011.

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Team Totale Zerstörung in Zürich

Am 6. Januar findet im Schauspielhaus ZĂĽrich die zweite Poetry Slam Gala statt! Auf der BĂĽhne im Pfauen zu sehen ist auch das Leipziger “Team Totale Zerstörung”, das wohl momentan beste und spektakulärste Slam Poetry Team im Deutschen Sprachraum. FĂĽr alle Poetry Slam Fans ist das ein absoluter Pflichttermin! Hier gibts zwei Kostproben:

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“Es ist ein Irrtum zu meinen, wenn ich denselben Body-Mass-Index habe wie Heidi Klum, bin ich individuell. Das ist der Weg in die totale Roboterexistenz.”

Grossartiges Interview mit Juli Zeh im Tagi! Eine Autorin mit Meinung und Position, was man ja nicht von allen behaupten kann…Unbedingt lesen:

Hier gehts zum Interview

 

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Buch fĂĽr Zwischen den Jahren I

Peter der Grosse! Vor einigen Wochen ist ein wunderbares BĂĽchlein mit kurzen Texten von Peter Bichsel herausgekommen: “Das ist schnell gesagt” versammelt kurze Miniaturen, Ausschnitte und Gedanken aus Peter Bichsels Werk. Das Buch macht grandiose Lust, die Texte des luzern-solothurnischen Autor, von dem man im Moment viel zu wenig hört und liest, wieder hervorzunehmen (und zu hoffen, das bald mehr von ihm erscheint) und zu lesen (man denke bspw. an “Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen” oder “Cherbin Hammer und Cherubin Hammer”).  Hier einige Kostproben des BĂĽchleins:

“Ich habe schon die Tendenz , deprimiert am Morgen aufzustehen. Aber so kann man ja nicht leben. Also verbringe ich den Tag mit kleinen Versöhnungen und setze mich an den Stammtisch der SVP-Wähler. Dort stelle ich fest, das sind ja auch nur Menschen.”

“Gegen Glauben ist man machtlos.”

“Warum sollten wir Gott lieben, wenn er uns bereits liebt?”

“Er war tot geworden.”

“In letzter Zeit ist aber ein Wort in Mode gekommen, dass mich entsetzt: “Trauerarbeit”.

“Aus der Leibeigenschaft ist eine Bankschuld geworden.”

“Sie kochen nicht mehr die Manager. Sie bringen es nur noch zum Funktionieren.”

 

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Live-Roman

Die Berliner (LesebĂĽhne)-Autorin Kirsten Fuchs schreibt ihren Roman live, quasi als Blog, beziehungsweise per Blog kann man mitverfolgen wie der Roman “Mädchenmeute” entsteht. Kommentare sind absolut erwĂĽnscht, das heisst man kann quasi Einfluss nehmen, wie der Roman entsteht, oder eben helfen, wenn Kirsten Fuchs grad mal nicht weiter weiss. Lustiges Projekt, regelmässiges Reinschauen lohnt sich! Hier gehts zum Blog!

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Vom arroganten Spiegel-Journalisten

In seinem Beitrag auf Spiegel Online bespricht Christoph Twickel die durchaus etwas seltsame Idee des Hamburger Thalia Theaters den Spielplan quasi durch das Publikum gestalten zu lassen: Das Publikum war aufgerufen, StĂĽckideen einzusenden und danach darĂĽber abzustimmen. Das ist kritisch und kritisierbar. Der ZĂĽrcher Autor Jens Nielsen hat es mit seinem StĂĽck “Die Erbsenfrau” mit 354 Stimmen auf den 5. Platz geschafft und die Wahl damit knapp verfehlt. Soweit so gut. Im Spiegel Online-Beitrag ĂĽber die Wahl wird der “unbekannte dänisch-schweizerische Schauspieler-Regisseur Jens Nielsen” vom Journalisten Twickel aufs Ăśbelste beschimpft, sein Text als Machwerk bezeichnet. Zitat: “Man ahnt, warum die Werke Nielsens am ZĂĽricher “Theater an der Winkelwiese” uraufgefĂĽhrt zu werden pflegen und danach nirgendwo anders mehr.” Nielsen muss als Freak herhalten der alles gibt, um sein StĂĽck im Thalia Theater zu zeigen. Die Unkenntnis von Journalist Twickel ist augenscheinlich. Zwar verlinkt er seinen Beitrag mit Nielsens Seite, ich bezweifle aber, dass er sich mit Nielsen auseinandergesetzt hat. Das ist kein seriöses Vorgehen. Eine solche Schreibe ist man sich vielleicht von einem Tagi Online-Journi gewöhnt, aber nicht von einem Spiegel-Redaktor. Das ist das Pfui des Monats!

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