Medienschau: Gabriel Vetter

Mai 12th, 2009

Die Thurgauer Zeitung ist Gabriel Vetter einer Reise von Berlin nach Zürich gefolgt. Ein schöner Beitrag voll mit Hintergrundinfos und Meinungen von und über Gabriel Vetter. Zu lesen hier!

Simon Libsig gewinnt Publikumspreis am Swiss Comedy Award!

Mai 10th, 2009

Der Badener Performance Poet reitet weiter auf der Erfolgswelle: Nachdem er an der Eröffnung des Wissenschaftsfestivals Basecamp am 30.4. in Zürich Wissenschaftler und Offizielle begeistern konnte, gewann Libsig am vergangenen Freitag den Publikumspreis des Swiss Comedy Awards. Den Hauptpreis gewonnen hat übrigens der Zürcher Reto Zeller, der erst vor kurzem im St.Pauli durch seine Geschichten überzeugte und neben sein Comedy-Programm ein wunderbarer Lesebühne-Autor sein würde! Gratulation an beide!

Dichterreime an der Sündenmeile

Mai 9th, 2009

Seit März gibt es einen neuen SpokenWord und Poetry Slam-Ort in Zürich. Wöchentlich (!) finden im ehemaligen Stripschuppen St.Pauli SpokenWord Shows statt! Einmal monatlich gibts einen regulären Poetry Slam, bis zur Sommerpause Ende Juni läuft gegenwärtig die Reihe Poetry Slam Giants, bei der mehrere Schweizer Poetry Slam-Cracks gegeneinander antreten!

Von der Rebellenstreitmacht und dem Imperium II - Replik von Etrit Hasler

Januar 6th, 2009

Mein Blogeintrag von gestern hat für einges Feedback gesorgt. Den Ausagen von Etrit Hasler und auch meinem Text von gestern ging und geht es dabei weniger um den Ursprung der Zürcher Poetry Slam-Szene, wie es Sabine Gysi in ihrem Text titelte, sondern um die Zukunft und dabei vor allem darum, wie frisches Blut auf die Schweizer Slam-Bühnen kommt. Mein Text und der Ensuite-Beitrag veranlassten Etrit Hasler dazu, eine Antwort zu schreiben, die hier im Wortlaut wiedergegeben wird:

Beitrag von Etrit Hasler:

alles nicht so viel aufregung wert. aber schön zu sehen, dass wir hier eine diskussion angetreten haben.

worum es patrick und mir in unserem humoristischen einleitungstext ging, war eine zuspitzung des phänomens, das wir alle kennen: die zunehmende professionalisierung der darbietungen auf der bühne wie auch in der öffentlichen wahrnehmung hat unter den slammern dazu geführt, dass viele von uns vor lauter an unseren perfoemances feilen zuwenig neue texte produzieren - wie kennen alle die extrembeispiele, wenn slammer mit denselben fünf texten jahre, manchmal fast ein jahrzehnt durch die lande ziehen. ich nehme mich hier auch selber nicht heraus. das wird nicht nur für die “kenner” der szene schnell langweilig, auch die gelegenheitszuschauer goutieren eher schlecht, wenn sie jahre später wieder den “grössten, besten und eben einzigen hit” hören.

ich habe dabei für mich in den letzten jahren mehrere ursachen verortet: seit die dichte an slams so gross ist, wie martin beschreibt, bewegen sich viele slammer nicht nur hierzulande nur noch innerhalb der szene, anstatt wie früher an allen möglichen anlässen (konzerte, ausstellungen, konventionelle lesungen), wo sie mit anderen kunstformen konfrontiert wurde. daraus resultiert ganz natürlich ein verlust an input, den wir dann zum beispiel daran ablesen können, dass sich im nationalfinal gleich vier oder fünf teams mit slamtexten über slam präsentieren.

ein zweiter aspekt ist für mich die fehlende “blutsauffrischung”, um ein unmögliches wort zu benutzen: in den anfangszeiten war es noch normal, eine offene liste zu führen, was unter anderem dazu führte, dass immer wieder leute, die mit slam vorher nichts zu tun hatten, ihren weg auf die bühne fanden und eine “frische” perspektive in den abend, und manchmal auch nachhaltige veränderungen bringen konnten. natürlich, wir haben das prinzip damals schon auch ab und zu zu weit getrieben - ich erinnere mich mit schrecken an slams mit 15 teilnehmern in der vorrunde und fünferfinals!?! heute enstammt das “frischfleisch” häufiger denn nicht unseren u20-workshops - was nicht heissen soll, dass ich das u20-projekt schlecht finde; ich bin ja auch selber daran seit anfang beteiligt. allerdings können wir von teenagern, die wir schon beeinflusst haben, bevor sie das erste mal auf der bühne waren, nicht erwarten, dass sie die szene von grund auf erneuern - dafür fehlt ihnen der aussenblick. und ebenfalls möchte ich wiederholen, was ich in der dezember-ausgabe der fabrikzeitung zur lancierung des “back to the roote fabrik”-slams geschrieben habe: wer von poeten in der pubertät etwas anderes erwartet als pubertäre literatur, der stellt die falschen fragen.

unsere entscheidung, den monatlichen slam in der roten fabrik zu lancieren, basierte vor allem darauf, dass wir fanden, dass in zürich der handlungsbedarf bei solchen “grassroots”-slams viel grösser sei als bei “high-class” slams, wie dies der schiffbau oder unsere shows im xtra (die einfach nicht mehr monatlich stattfinden, aber nach wie vor weiterexistieren) sind. ganz ehrlich: es kann doch nicht sein, dass in den letzten fünf jahren genau ein einziger slammer in zürich - einer stadt mit überbordendem kulturellen potential - zur szene gestossen ist, der nicht über das u20-programm dazu kam. hier geht es nicht um konkurrenz zwischen veranstaltern - hier geht es darum, dass wir uns auf talentsuche verlegen, weil im high-class markt ja schon alles stimmt.

wir alle, die szene als ganzes, hat in den letzten jahren hervorragende arbeit geleistet, auf und neben der bühne, und die belohnung dafür haben wir am national im schiffbau erhalten. uns ging es vor allem darum, uns der nächsten “baustelle” zuzuwenden, ebender, die ich hier skizziert habe. der aufruf zur “unprofessionalität” soll auch in diesem zusammenhang verstanden werde und ist wahrscheinlich analog zum (zu)vielzitierten “meh dräck” stehen - es ging dabei nicht um das format, die veranstaltung; sondern um das, was zunehmend als eigene kunstform verstanden wird, die slampoetry als summe der dargebotenen texte. dass eine veranstaltung mit derartigem konzept, nicht dieselbe masse an leuten anziehen kann wie ein “profi”-slam, ist uns allen klar. und daraus folgt für uns, dass wir einem kulturort wie dem xtra, das ohne staatliche unterstützung auskommen muss, nicht finanziell zur last fallen können.

mich hat gerade letzte woche eine studentin auf recherche für eine arbeit gefragt, wie ich dazu stehe, dass sich poetry slam von subkultur zu popkultur gewandelt habe. die frage ist falsch gestellt: nicht das veranstaltungsformat hat sich gewandelt, sondern die heterogenität der darbietungen. ich habe nichts dagegen, wenn wir “pop”literatur machen. pop ist toll - pop zu sein noch toller - die frage ist, sind wir u2 oder music stars. kunst - und gerade literatur - muss ecken und kanten haben. sonst ist sie zwar vielleicht immer noch kunst, hat aber keinerlei relevanz mehr.

Dieser Darstellung kann ich nur zustimmen. Also all ihr unentdeckten Poeten: auf in die Rote Fabrik oder zum Word! Poetry Slam vom kommenden Montag.

Und was lernen wir daraus, ganz nebenbei: Zürich hat nun vier Poetry Slams: zwei High-Class-Slams (Schiffbau und xtra) und zwei “grassroot”-Slams (Rote Fabrik und Word! Slam im Bombay). Was für ein Start ins neue Jahr!

Von der Rebellenstreitmacht und dem Imperium

Januar 5th, 2009

In der neuen Zürcher-Ausgabe des Kulturmagazin Ensuite ist ein weiterer Artikel zur Zürcher Slam-Szene erschienen.  Zitiert wird Etrit Hasler, wie er beim letzten Slam in der Roten Fabrik im Dezember verkündet, dass “die Rebellenstreitmacht gegen das Imperium antrete” und “man müsse etwas unternehmen gegen die Professionalität, welche die Slam-Bühnen regiere. Man wolle zurückkehren zur Demokratie der Ungeschliffenheit”. Ich war nicht selbst am Slam und wer Etrit Hasler kennt, weiss, dass der St.Galler Politiker sich gerne zu provokativen Aussagen verleiten lässt. Dennoch spricht natürlich Hasler einiges an, was in der Schweizer Slam-Szene gegenwärtig diskutiert wird: Vielerorts wird beispielsweise bemängelt, dass in der Schweizer Szene immer die gleichen Leute auftreten und keine frischen Gesicher mehr dazustossen, so wie früher. Das stimmt! Leider ist es allerdings sind es aber gerade die beidem Ex-xtra-Slam-Moderatoren und nun MC’s des Slams in der Fabrik Hasler und Armbruster, immer wieder die gleichen Leute auf die Bühne holen. Dennoch ist es wahr, dass die Anzahl der Schweizer Slammer nur langsam wächst. Das hat sich aber in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verändert. In der gesamten Slam-Geschichte gab es nie Zeiten in denen gleich Dutzende neue Slammer pro Jahr dazugestossen sind. Was sich aber massiv verändert hat, sind die Anzahl Slams, die jährlich ausgetragen wurden. In den Anfangsjahren 1999-2002 fanden in der Schweiz pro Jahr vielleicht zwanzig Slams statt, wer den Veranstaltungskalender auf poetryslam.ch betrachtet sieht, dass diese Zahl in Spitzenzeiten in sechs Wochen erreicht wird, u20-Slams und Slamshows nicht eingerechnet. Die Anzahl der Veranstaltungen ist also enorm gestiegen, die Anzahl der neuen Slammer etwa gleich geblieben.

Dass Hasler weniger Professionalität in der Schweizer Slam-Szene fordert ist Unsinn. Ohne eine professionelle Organisation und dem vereinten Mitwirken der grossen Schweizer Slamveranstalter wäre der Slam2008 in dieser Dimension und mit diesem positiven Echo nie möglich geworden.

Und gerade gegenwärtig, wo richtigerweise mehr neue Gesichter auf den Slam-Bühnen gefordert werden, ist Professionalität angezeigt: in dem ich als erfahrener Slam-Veranstalter eine Gruppe von Leuten unterstütze, die in der Zürcher Bombay-Bar abnächstem Montag monatlich einen kleinen Slam (wie zu Anfangszeiten im Keller62: es gibt ein Mikrophon, eine offene Bühne, Gratiseinlass fürs Publikum und jeder kann auf der Bühne das sagen, was er will) ausrichten, trage ich dazu bei, dass sich neue Gesichter auf die Slam-Bühne wagen. Abgesehen davon: jeder und jede, der und die diesen Text liest, ist frei einen eigenen Slam zu veranstalten: in einem Keller, in der Stube zuhause, in einer Kneipe, in einem Jugendzentrum, einem besetzten Haus oder wo auch immer. Slam ist nach wie vor frei: Grossveranstaltungen wie der erfolgreiche Poetry Slam im Schiffbau haben in der Schweizer Slam-Szene genau so Platz wie ein kleiner Slam vor 50 Personen in Interlaken. Beides hat seinen Reiz und seine Berechtigung.

Poetry Slam laut Tages-Anzeiger Leser Kulturhighlight des Jahres

Dezember 22nd, 2008

In den letzten Wochen konnten die User von Tages-Anzeiger/Newsnetz über das Literaturereignis des Jahres abstimmen: mit gut 100 Punkten Vorsprung wurde dabei “Poetry Slam” zu Sieger erklärt!

Das Foto, welches die Redaktion für den Beitrag verwendet hat, stammt übrigens aus den frühen Jahren des Zürcher Poetry Slams: Im Frühjahr 2001organisierten wir im damaligen Soul Café (bei der Sihlporte) einen Poetry Slam. Mit dabei waren u.a. Jürg Halter, Christian Zehnder, Wehwalt Koslovsky und - im Bild- Tracy Splinter.  Damals brachte uns die Veranstaltung vernichtende Kritik der NZZ und des Tages-Anzeigers ein. Wie die Zeit vergeht….

Das grosse Slam-Comeback des Jaromir Konecny

Dezember 20th, 2008

Dank dem etwas geringeren Publikumsaufmarsch als üblich, fand der gestrige 19. Poery Slam im Schiffbau in einer etwas intimerer Atmosphäre statt als sonst. Zehn Poeten aus Deutschland und der Schweiz traten an, um beim letzten Zürcher Slam in diesem Jahr neue Texte zu zeigen. Die erste Runde wurde allgemein als etwas schwierig wahrgenommen. Absolut überzeugen konnte aber die Bambergerin Clara Nielsen die mit viel Sprachwitz und einer überraschenden Dramaturgie die erste Runde knapp vor der ebenfalls überzeugenden Rea Reggli gewann. Nicht ganz überzeugen konnte die Berlinerin Peh, was aber möglicherweise auch an der etwas fröstelnden Stimmung der ersten Runde lag. Die zweite Runde eröffnete Beni Ryser mit einem stimmgewaltigen Auftritt, gefolgt von einem überraschend starken Kilian Ziegler, sowie zwei starken Auftritten von Renato Kaiser und Sulaiman Masomi.

Und dann kam er: sehr kurzfristig und eher zufällig verpflichtet, gab der Münchner Jaromir Konecny sein Schweizer Poetry Slam-Comback. Und wie! Mit seinem teschechischen Akzent erzählte er seine neue abgefahrene Hamster-Geschichte, dass das Publikum förmlich explodierte: Konecny war in Form wie in alten Tagen, als er ein Slam nach dem anderen gewann!

Konecny ist Slam-Poet der ersten Generation: kaum einer hat in den letzten 15 Jahren soviele Slams gewonnen wie der Doktor der theoretischen Chemie. Vor drei Jahren trat er von den Slam-Bühnen zurück, gründete die erste Münchner Lesebühne und veröffentlichte bei Bertelsmann seinen Roman “Hip Hop und Trauermarsch”. Erst vor kurzem trat er im Münchner Substanz wieder bei einem Poetry Slam auf. Im April erscheint bei Bertelsmann seinen nächsten Roman, eine Lesetour dazu ist geplant, die auch Zürich halt machen soll! Auf diesen Termin darf man sich jetzt schon freuen. Ein Film zu einem früheren Auftritt von Konecny gibt es hier!

Dass Konecny dann doch nicht ins Final gewählt wurde, lag wohl daran, dass sich das Publikum während des Vortrages schon zu sehr mit Applaudieren verausgabt hatte. Ins Finale kamen schliesslich Clara Nielsen und Kilian Ziegler, wobei Clara Nielsen dann den Slam verdientermassen gewann.  Fazit des Abends: Mit Clara Nielsen tauchte ein neues Gesicht am Zürcher Slam-Horizont auf, von dem man in Zukunft sicher noch viel hören wird und viel erwarten darf! Mit dem Thema “Hamster” darf man aber in der Schweizer Slam-Szene ab sofort nicht mehr nur Gabriel Vetters “Vazlav” assozieren, die Münchner Version des “Hamsters” ist dem des Schauffhausers mindestens ebenbürtig!

Generation Fragezeichen

Dezember 19th, 2008

Und noch ein Poetry Clip ist im Netz aufgetaucht, diesmal vom SLAM2008-Gewinner Sebastian23. Ich meine: Geschmacksache. Aber man sehe selber:

“Die Welt ist ungerecht”: Neuer Poetry Clip zu einem Gedicht von Jürg Halter

Dezember 16th, 2008

Auf der Website von Jürg Halter präsentiert der Dichter einen neuen Poetry-Clip zu seinem Gedicht “Die Welt ist ungerecht”. Zurecht wurde der Clip von Marcus Loeper preisgekrönt: er ist sicher eines der eindrücklichsten Beispiele, wie in Poetry Clips bewegte Bilder und Worte ineinander verschmelzen können! In seiner Schwarz-Weiss-Animation gelingt Loeper eine eigenständige Dynamik, gleichzeitig lässt er aber der typischen lyrischen Handschrift Jürg Halters viel Raum.

Volker Strübing in der Arktis

Dezember 15th, 2008

Was macht Volker Strübing, Gewinner des Teamtitels am Slam2008  (mit Micha Ebeling), im Sommer? Man könnte denken: Was er immer macht: allwöchentlich in seiner Lesebühne LSD in Berlin seine neusten Texte vortragen…Aber nein: Herr Strübing schnappt sich Kirsten Fuchs und zusammen machen sie sich auf den Weg in die Arktis und bringen in ihrer sechs Wochen langen Reise 10′000 Seemeilen hinter sich! Im März erscheint das daraus entstandene Buch “Nicht der Süden“. Parallel dazu wird auf 3sat eine vierteilige Doku ausgestrahlt. Strübing in der Arktis, das sollte man sich nicht entgehen lassen, deshalb mehr Infos demnächst hier. Lesungen in der Schweiz sind in Planung. Das Buch erscheint bei Voland und Quist.

Und man schaue sich auch die Website des “Reiseabenteuers zum Nordpolarkreis” an!